zwischenzustand
Mittwoch, 06.02.2013
Brucknerhaus Linz

zustandsbeschreibungen
kronen zeitung
Kronen Zeitung, 08.02.2013

oönachrichten
OÖNachrichten, 08.02.2013

Stimmungsvolle Ruhe mit Lauschen und Schauen
Neues Volksblatt, 08.02.2013

Visualisierte Klangwelten, vom tibetischen Totenbuch inspiriert
OÖNachrichten, 05.02.2013

norbert trawöger

Fotos: Marco Prenninger

Bardo Thödol Trilogie:
ZWISCHENZUSTAND

Drei Kompositionen von Michael Hazod, die sich mit dem Thema „Bardo Thödol“ (tibetisches Totenbuch) auseinandersetzen, werden zu einer Gesamtkomposition zusammengefuegt und durch Visualisierung zu einem Gesamtkunstwerk mit musiktheatralischen Elementen hochgehoben.

"7" Gedanken zum Bardo Thödol für ein beliebiges Instrument und Sound-Installation von
Michael Hazod und Michael Enzenhofer.
Intrepreten: Norbert Trawöger – Flöten und Tam Tam
Michael Enzenhofer – Soundinstallation

reflexion
für Violoncello solo
Interpret: Wolfgang Panhofer - Violoncello

like a bouncing ball
für Trompete, Tenorposaune, Schlagwerk
Interpreten: neues ensemble linz:
Andreas Reichinger – C-Trompete
Michael Enzenhofer – Posaune
Engelbert Gagl - Schlagzeug

Visualisierung der Komposition Bardo Thödol durch Giovi Artworks, Johannes Löberbauer, Josef Pitschmann und Rudolf Bernhard Geissler.

Preview:

BARDO THÖDOL TRILOGIE from Sebbo Pitschmann on Vimeo

norbert trawöger

Norbert Trawöger / Foto: Marco Prenninger

Bardo Thödol Trilogie: ZWISCHENZUSTAND
06.02.2013 / Brucknerhaus

youtube-Channel LIVABrucknerhaus

BARDO THÖDOL

Das tibetische Totenbuch heißt im Original Bardo Thödol – wörtlich „Befreiung durch Hören im Zwischenzustand“. Es ist ein im 14. Jahrhundert schriftlich fixiertes Lehrsystem des tibetischen Buddhismus mit Unterweisungen, die dem Verstorbenen zusammen mit bestimmten Zeremonien vorgelesen werden und positiv auf den Prozess des Sterbens einwirken sollen. Es basiert auf dem Glauben, dass der Verstorbene für einen bestimmten Zeitraum noch fähig ist zu hören und damit auch die Möglichkeit hat, die ihm vorgetragenen Anweisungen zu realisieren. Diese Anweisungen zielen auf die geistige Erfahrung des Absoluten, die der Buddhismus mit einem Erlösungszustand gleichsetzt, in dem alle Bedingtheiten für eine neuerliche Wiedergeburt in der phänomenalen Welt „verlöscht“ sind (Nirvana). Der Prozess des Sterbens erstreckt sich im Bardo Thödol über einen Zeitraum von 49 Tagen, der in drei aufeinander folgende Phasen unterteilt ist:
„Zwischenzustand (Bardo) des Augenblicks des Todes“,
„Zwischenzustand der höchsten Wirklichkeit“ und
„Zwischenzustand des Werdens.“

Die ersten beiden Phasen erlauben über bestimmte Visionen von Lichterscheinungen und Gottheiten eine spontane Befreiung. Gelingt dies nicht, beginnt das „Gericht“, wo in einer 4 x 7 Tage dauernden letzten Phase die früheren Taten (Karma) überprüft und die Entscheidungen über die Wiedergeburt in einen neuen Daseinsbereich getroffen werden. Die menschliche Existenz ist nur eine von mehreren Formen und die bestmögliche, denn sie erlaubt das Hören und bietet sonst alle Eigenschaften, Befreiung zu erlangen, sei es durch Übungen bereits zu Lebzeiten, oder im Sterben, wofür das Leben und seine Taten die Vorbereitung sind.

Guntram Hazod, 3-2008/ 12-2012 Institut für Sozialanthropologie, Österreichische Akademie der Wissenschaften.

michael hazod

Michael Hazod / Foto: Marco Prenninger

eNTe : heimat