traweegensemble

rezensionen

neues volksblatt
Neues Volksblatt, 17.05.2008

kronen zeitung
Kronen Zeitung, 07.04.2008

traweegensemble

didi hollinetz

petra rischanek

yova drenska

norbert trawöger

traweegensemble

traweegensemble

traweegensemble

traweegensemble

traweegensemble

norbert trawöger

norbert trawöger

Fotos: Reinhard Winkler

traweegensemble

NORBERT TRAWÖGER, Flöten
PETRA RISCHANEK, Hackbrett
YOVA DRENSKA, Akkordeon
DIDI HOLLINETZ, Kontrabass

Das traweegensemble (tra=drehen, zwischen; weeg=weg) wurde 2007 von Norbert Trawöger mit der Absicht gegründet, etablierte Grenzen zwischen unterschiedlichen Klangarten, -weisen, -stilen oder –geografien verschwimmen zu lassen und immer wieder neue Wege zu beschreiten oder auf beschrittenen Wegen nicht nur unvermutet abzubiegen.

Das "Jahreszeiten"-Projekt war Ausgangspunkt einer offenen, wandelbaren Klangreise.

2010 wurde das traweegensemble zum Klangfluss-Ensemble gekürt.

Schräge Chansons ist das aktuelle Projekt des traweegensembles mit der Sopranistin DANIELA KÜBLBÖCK: 8 neue Werke von 8 zeitgenössischen Komponisten nach Texten von 8 zeitgenössischen AutorInnen.

nachrichten an schlingensief

rudolf jungwirth. nachrichten an schlingensief by traweeg

aus Rudolf Jungwirths "nachrichten an schlingensief"(3) nach Helmut Neundlinger. Uraufführung 24.10.2011 in Wien.

"JAHRESZEITEN"

die cd

ANTONIO VIVALDI (1678–1741)
La Primavera op. 8/1 RV 269
in einer Bearbeitung (1775) für Soloflöte von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)
1 Allegro [03:10]
2 Largo [02:31]
3 Allegro [03:47]

ALOIS WIMMER (*1960)
Frühlingsrolle (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
4 Allegro [03:22]
5 Andante rubato [02:51]
6 Allegro [03:00]

BALDUIN SULZER (*1932)
Sommersprossenmusik (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
7 Andante [05:36]

NEBOJSA KRULANOVIC (*1958)
Herbst (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
8 Moderato quasi Andante [09:23]

RUDOLF JUNGWIRTH (*1955)
winter (landschaft 1) (2007) für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass
… man zittert
… bitter ---- kalt, … bitterkalt …
… auf dem eis geht man mit langsamem schritt / aus furcht … hinzufallen
9 viertel 60 mm [10:42]


BESTELLUNG

norbert@traweeg.at oder 0699 1797 1828

largo

largo by traweeg

"Largo"
aus ANTONIO VIVALDI (1678–1741)
"La Primavera" op. 8/1 RV 269
in einer Bearbeitung (1775) für Soloflöte
von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

Norbert Trawöger - Flöte
LIVE - Donaufestwochen Grein
13.08.2009 in der Pfarrkirche Grein

stimmen zum jahreszeiten-projekt

... stellen herrlich unterhaltsame Vivaldi-Alternativen in den Raum, die schnurstracks ihren Weg zum Publikum fanden.
Kronen Zeitung, 24.05.2009

Großartige zeitgenössische Musik ...
OÖNachrichten, 09.05.2008

... optimal gelungene aktustische Ergebnis einer zutiefst abenteuerlichen Idee ...
Neues Volksblatt, 17.05.2008

... die technische Brillianz ... brachte das Publikum zum Sieden.
Kronen Zeitung, 15.08.2009

... meisterhaft gespielt ...
Landeskulturbericht, 06/2008

... mitreißend, gefühlvoll und lebendig musiziert von Vollblut-Musikern unserer Tage.
Kirchenzeitung, 28.01.2009

Die ungewöhnliche Instrumentierung (...) löste, auch wegen der virtuosen Klangkombinationen, Begeisterung aus.
Neues Volksblatt, 18.08.2009

Ausgehend von Vivaldis Komposition hat das Traweegensemble heutige Komponisten eingeladen ... Dabei sind Juwelen für Flöte, Hackbrett, Akkordeon und Kontrabass entstanden ...
DerStandard, Szenario-Tipp, 13.08.2009

So ein fantastisches Musizieren, so überzeugend, eigenwillig und kühn zugleich.
Prof. Gérard Schaub - ehemaliger Soloflötist der Göteborger Symfoniker und Professor an der Musikhögskolan Göteborg

... den Eindruck zu erwecken, einer freien Improvisation beizuwohnen. 'Prelude sans mesure' im barocken Sinn!
Christian Gurtner - Soloflötist der Wiener Akademie - über die Einspielung des vivaldischen "Frühling" in der Soloflötenversion von JJ Rousseau

... wir danken euch für dieses tolle Konzert!! ALLE waren sehr beeindruckt und begeistert...
Michi Gaigg - Leiterin des l'orfeo Barockorchesters und Intendantin der Donaufestwochen, 08/2009

worte zur cd

JETZT

Klänge kennen weder Zeit noch Geografie. Und doch vermag uns ihre Flüchtigkeit Gegenwart zu schenken, uns in Stimmungen, Zustände, Gerüche, Landschaften oder Zeiten zu katapultieren oder Räume zu öffnen.

1775 bearbeitet der große Denker Jean-Jacques Rousseau den genau 50 Jahre zuvor entstandenen "Frühling" von Antonio Vivaldi für Soloflöte. Längst erschüttert Rousseau ganz Europa mit seiner aufklärerischen Ideenwelt und wird drei Jahre vor seinem Tod der musikalischen Urmission nicht untreu. Dieser "La Primavera" war auch Initiation zu einer Idee, die Sie letztlich auf diesem Klangträger nachhören können. Rousseaus Aufruf (aus seinem Erziehungsroman "Émile"): "Man muss an alle Jahreszeiten denken." – erreicht mich in postprophetischer Hellnachsichtigkeit in den Momenten der Vollendung dieses Projekts.

Von meiner Idee ließen sich vier Klangschöpfer unserer Zeit begeistern und nahmen die Herausforderung herzhaft an, für eine Besetzung ganz eigener Art erstmals Stücke zu schaffen. Vier Jahreszeitmusiken, vier Klanghimmelsrichtungen, von vier und mehr Standorten erlauscht, finden sich unvermutet wenn auch nicht unbeabsichtigt unter einem von mir gespannten Bogen. Nebeneinander entstanden, verschmelzen sie zeitlos ineinander, als ob sie schon immer von einander gewusst hätten. Klänge kennen keine Grenzen.

Vier von vier für vier und doch viel mehr.
Alles hat seine Zeit, vor allem Jetzt.
NORBERT TRAWÖGER


DIE ZEIT IST KURZ, SEI LUSTIG

"Musik", hat der amerikanische Dichter Sidney Lanier (1842 – 1881) einmal gesagt, "ist die Liebe auf der Suche nach einem Wort". Lanier hatte für vieles weniger Zeit als andere, früh entdeckte er über das Flötenspiel seine Liebe zur Musik, früh zog er aus, im amerikanischen Bürgerkrieg das Fürchten zu lernen und früh starb er. Ein Freund, der um die Begrenztheit der eigenen Zeit wusste, sagte an einem Frühlingstag von entsetzlicher Schönheit, nachdem er ein Gedicht des Amerikaners vorgelesen hatte: "Die Zeit ist kurz, sei lustig." Musik ist, wie Literatur, ein Umgehen mit, ein Sichbewegen in der Zeit. Ihr Verfließen wird uns weniger durch die kleinen Intervalle, welche die Uhren an unseren Handgelenken verticken, oder das tägliche Abreißen des Kalenderblatts bewusst, sondern am ehesten durch den Wechsel der Jahreszeiten, denen wir in geheizten Wohnungen und klimatisierten Büros immer wie weniger ausgeliefert zu sein meinen – und es gerade deshalb umso mehr sind. So wie unseren Gefühlen. Jahreszeiten also, Vivaldis Frühling, bearbeitet von Rousseau, Alois Wimmers "Frühlingsrolle", Balduin Sulzers Sommersprossenprosa, Nebojsa Krulanovics "Herbst" und Rudolf Jungwirths "Winter". 45 Minuten Musik, der ephemeren Tyrannin Zeit auf der Spur, ihren Klängen, Gerüchen, dem Werden und Vergehen, der Stille auch. 45 Minuten Musik von zeitgenössischen Komponisten für das traweegensemble geschrieben, Bewegung und Licht evozierend, schneebehangene Tannen, Schäfchenwolken, den April, der den Hängen das Grün in die Wangen jagt, Hitze und Kälte, Stürme. Schön ist die CD geworden, intensiv und schnörkellos. Musik hat, wie die Liebe, mit dem Unsagbaren zu tun. 45 Minuten Jahreszeiten und eine Ermutigung, mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen.
STEFAN GMÜNDER


VIER

Die tägliche Drehung der Erde um ihre Achse ergibt Tage und Nächte. Dazu steht die Erde schief. Irgendwann ist sie gekippt, um 21 Grad. Seitdem kommen Herbst, Winter, Sommer, Frühling und gehen und kommen wieder. Rezitative der Zeit. Wer will das verstehen? 21 Grad! – so werden Jahreszeiten zu in Überlegungen hineingenommenen Alltagsphänomenen und metaphorisch. Ist der gedachte Frühling nicht immer der "kommende", der gedachte Sommer nicht immer der "letzte"? Der Herbst zweideutig und rheumatisch? Die Tage des Winters ein langer, tiefer Schlaf? Jahreszeiten sind die Reaktion der Zeit in Intervallen, die Mehrstimmigkeit archetypischer Befindlichkeiten. Manchmal ist Musik Verflüssigung von Sprache in semantische Klarheiten. Spontane Assoziationen gehen mit dem Takt konform. "Was der eine in der einen Form begonnen hat, führt der andere – in derselben Form nicht weiter." Da ist Vivaldi, da kommt Wimmer. Und Sulzer. Und Krulanovic. Und Jungwirth. Die Sprache von Klängen ineinander, untereinander. Ob am Rande des Hörbaren oder mittendrin.

"Du siehst, in der Musik ist nichts sicher. – Als die Musik", antwortet Ludwig Hohl.
REINHARD WINKLER

eNTe : heimat